Aikido ist eine Verteidigungskunst

Alle Darstellungen von Aikido betonen den friedfertigen Charakter dieser Kampfkunst. Das entscheidende Merkmal, so liest man, besteht darin, dass man im Aikido sich nur verteidigt und nicht angreift. Das klingt gut. Schauen wir uns aber ein typisches Training an: da gibt es immer einen „Angreifer“ (jap. uke) und einen „Verteidiger“ (jap. tori oder nage). Beim normalen Training wird sowohl die Technik für den tori angesagt (das ist die eigentliche Aikido-Verteidigungstechnik), als auch die für den uke und zwar die Art und Weise, wie er oder sie angreifen soll! Zum beispiel shiho nage omote (eigentliche Aikido-Technik) gegen shomen uchi (Angriffstechnik). Warum […]

Landstraße statt Autobahn

Wir leben im Zeitalter der Zielvereinbarung, der Kenngrößen, des Businessplans. Ziele werden auf schnellstem Wege, so effizient wie möglich und unter Ausnutzung aller verfügbarer Ressourcen erreicht. Mein Hintergrund ist Wissenschaft und Technik, genauer: Künstliche Intelligenz, und Kampfkunst, genauer: Aikido. In beiden Bereichen gibt es die glatten Karrieren oder zumindest die Geradlinigen. Mein Aikido-Lehrer, Nobuyuki Watanabe, stellt das so dar: Heute wollen viele beim budo (Sammelbegriff für japanische Kampfkünste) auf der Autobahn voran kommen. So schnell wie möglich Graduierungen erreichen, bei Wettkämpfen gewinnen. Die alte Vorstellung vom Weg, japanisch do, der absichtslos schon selber das Ziel darstellt, scheint verloren gegangen zu […]