Aikido

Aikido ist eine Kampf-Kunst, in der es ein ganz anderes Ziel als Gewinner sein gibt: Dafür zu sorgen, dass weder du noch der Andere verletzt werden und die Aggression zwischen euch beiden aufgelöst wird. Ein wenig so wie Morgennebel in der Sonne. Klingt das interessant? Zumindest klingt das nicht nach: stärker, härter, brutaler werden. Und das ist die wichtigste Botschaft des Aikido: Du benötigst keine besondere Körperkraft oder Kampfeswille, um in einer aggressiven Situation heil heraus zu kommen.

Egal welche Kampfkunst oder welches Kampfsystem du praktizierst, dein Körper gibt dir vor, welche Kampftechniken du selber ausführen kannst. Die wurden wahrscheinlich schon in der Steinzeit verwendet, um sich zu verteidigen oder anzugreifen. Das Ziel besteht bei all diesen darin, einem anderen Menschen so viele Schmerzen zuzufügen, dass dieser entweder aufgibt, dich anzugreifen (Selbstverteidigung), oder aufgibt und du zum Sieger erklärt wirst (Wettkampfsport). Doch genau dies ist im Aikido vollkommen nebensächlich. Neugierig geworden?

Seit wann gibt es Aikido?

Aikido gibt es dem Namen nach offiziell seit 1942 und wurde von Morihei Ueshiba, einem damals berühmten Meister der Kampfkunst Daito-ryu Aiki-Jujutsu entwickelt. Sein Dojo, Trainingshalle, in Tokyo war rasch sehr bekannt und viele Kampfkünstler aus anderen Kampfkünsten wie Judo oder Karate kamen zu ihm. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm sein Sohn Kisshomaru Ueshiba die Leitung. Er, seine fortgeschrittenen Schüler und den ersten ausländischen Schülern aus Europa und Nordamerika machten Aikido weltweit bekannt. Heute leitet der Enkel des Begründers, Moriteru Ueshiba, das Dojo.

Wie geht Aikido?

„Aikido ist einfach aber nicht leicht.“ Alles beginnt damit, dass du Kontakt mit einem anderen Menschen aufnimmst. Das kann ein Blick sein, eine Berührung, ein beginnender Griff oder Schlag. Du ergreifst sofort die Initiative und richtest dich direkt auf den Anderen, oft indem du tatsächlich nach vorne gehst. Gleichzeitig bewegst du dich aber so, dass die Bewegungen von euch beiden harmonisch sind, also kein Abwehrblock, kein Gegenangriff, kein Aufgeben. Sobald dieser Augenblick vorbei ist, beginnt die eigentliche Aikido-Technik. Es sind im Wesentlichen Hebel und Würfe, mit denen du den Anderen schlussendlich kontrollierst und verhinderst, dass du erneut angegriffen wirst. Diese werden in kreis- und spiralförmigen Bewegungen ausgeführt, die die Kraft des Anderen nutzen. Dadurch sehen sie ein wenig aus wie Tanzen. Das sieht oft sehr einfach aus, aber es dauert ein wenig und erfordert ein regelmäßiges Training, bis es auch dir leicht fällt.

Wie trainiert man?

„Du sollst gesünder von der Matte gehen, als du drauf gegangen bist!“ von Nobuyuki Watanabe, 8. Dan Aikido

Wir üben fast immer zu zweit. Einer von uns übernimmt die Rolle des Angreifers, jap. Uke, und der Andere die Rolle des Aikido-Technik-Ausübenden, jap. Tori. Normalerweise üben wir eine vorgegebene Bewegung vier mal und dann wechseln die Rollen. Du lernst also nicht nur die Aikido-Techniken sondern auch für welche Angriffe sie sich am Besten eignen und wie sich das anfühlt, wenn dein Angriff nicht funktioniert und du mit einer Aikido-Technik daran gehindert wirst, ein zweites Mal anzugreifen. Je fortgeschrittener du wirst, desto schneller und realistischer kannst du angreifen bzw. die Technik ausüben. Du musst aber sicherstellen, dass niemand dabei zu Schaden kommt. Wenn eine Aikido-Technik perfekt gelingt, fängt der Uke oft an zu lachen, wenn er am Boden liegt. Weil die Art und Weise, wie du ihn oder sie unter Kontrolle bekommen hast, verblüffend und überraschend war. Alter, Körpergewicht und Geschlecht spielen nur eine untergeordnete Rolle, ob du eine Technik gut und wirkungsvoll ausführen kannst.

Wie finde ich heraus, ob Aikido etwas für mich ist?

Probiere es direkt aus! Du kannst bei uns eine kostenlose Probestunde mitmachen. Nach meiner Erfahrung reicht das schon aus, um fest zu stellen, ob Aikido etwas für dich ist. Es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum dir Aikido zusagen könnte: Mehr Selbstbewusstsein, ein gutes und gesundes Workout, schöne Bewegungen, konstruktiven Umgang mit Konflikten und Empathie. Alle sind vollkommen OK. Und rechne damit, dass sich das im Laufe der Zeit mehrmals ändert.

Mit einem regelmäßigen Aikido-Training tust du dir selber etwas Gutes für deine Gesundheit, gewinnst mehr Selbstvertrauen, größere Gelassenheit in kritischen Situationen und wenn es wirklich einmal darauf ankommt, auch eine effektive Selbstverteidigung.

Hier findest du einige Videos, auf denen du uns in Bewegung sehen kannst. Und das sind wir, Deine potenziellen Aikido-Lehrerinnen:

Prof. Dr. Thomas Christaller, 6. Dan

Sabine Christaller, 4. Dan

Stéphane Ré, 3. Dan

Dr. Gregor Scheider, 3. Dan

Henriette Schönleber, 1. Dan

Hast du schon einmal Aikido oder eine andere Kampfkunst praktiziert?

Die folgenden Informationen sind relevant, wenn du schon einmal Aikido oder eine andere Kampfkunst praktiziert hast. Dann bist du es wahrscheinlich gewohnt, dass es unterschiedliche „Schulen“ oder „Stile“ gibt. JedeR unserer LehrerInnen hat eigene Erfahrungen und Schwerpunkte. Das halten wir für vollkommen normal. Authentisches Aikido praktizieren, wie wir dies bei Meistern wie Katsuaki Asai oder Nobuyuki Watanabe über Jahre erfahren haben, ist uns wichtig. Wir sind sehr offen für neue Erfahrungen. Deshalb laden wir im Laufe eines Jahres international anerkannte LehrerInnen zu Wochenendseminaren ein und lassen uns von ihnen inspirieren. Hier sind einige, die schon seit Jahren regelmäßig bei uns zu Gast sind: Caroline Bied-Charreton, Piers Cooke, Matti Joensuu, Kimberly Richardson, Lia Suzuki, Léo Tamaki. Du hast den großen Vorteil, dass Du Dir den Lehrer oder Lehrerin aussuchen kannst, der oder die Dich am meisten anspricht.

Kann man sich mit Aikido selber verteidigen? Gibt es Wettkämpfe?

In einem wirklichen Kampf gibt es keine Regeln. Du weißt nicht im Voraus, wer dich wann und wie angreift, alleine oder zu mehreren. Es gibt keinen Schiedsrichter, der aufpasst, dass Regeln eingehalten werden und dir nichts Ernsthaftes passiert. Rechne mit erhöhtem Herzschlag, Aufregung, eingeschränkter Wahrnehmung. Ob und wie du damit gut umgehen kannst, hängt sehr davon ab, wie du trainierst. Aikido-Techniken selber sind ausgesprochen effektiv. Sie in einem Wettkampf anzuwenden, ist wegen der Verletzungsgefahr zu riskant. Deshalb gibt es keine Wettkämpfe. Viele, die Aikido lange geübt haben, berichten, sie kommen gar nicht mehr in Situationen, in denen sie das Gefühl haben, in einen Kampf einsteigen zu müssen. Das ist das Beste, was dir passieren kann. „Aikido im Alltag“

Was bedeuten die Prüfungen?

Da es im Aikido keine Wettkämpfe gibt, kannst Du dein Können und Wissen bei Prüfungen zeigen. Es gibt eine verbindliche Prüfungsordnung und wie in anderen japanischen Kampfkünsten, gibt es ein Graduierungssystem.

Die Prüfungen zeigen dir nur, was du bisher gelernt hast und beherrschst. Nach einer Prüfung beginnt eine neue Stufe. Mir ist es oft so ergangen, dass eine Lieblingstechnik auf einmal nicht mehr richtig funktionierte. Jeder von uns Fortgeschrittenen hat das schon einmal erlebt. Aber wir wissen inzwischen, dass dies ein gutes Zeichen ist. Denn es gibt ein anderes, tieferes Verständnis von ihr und wir können sie besser ausüben.

Wir sind Mitglied in zwei verschiedenen Aikido-Verbänden. Einmal dem Aikikai Deutschland e.V. und dem KenBuKai e.V., der regelmäßig Aikido Kyu- und Dan-Prüfungen nach der Prüfungsordnung des Aikikai Hombu Dojo organisiert. Beide sind Mitglied in der International Aikido Federation (IAF). Wir erkennen alle Prüfungen und Graduierungen an, die vom IAF Verband zertifiziert wurden.

Preise

Regulär

  • Erwachsene
  • Online / Präsenz
60,00pro Monat

Ausbildung

  • Jugendliche / Studierende / Azubis
  • Online / Präsenz
45,00pro Monat

Kinder

  • Kinder bis 16 Jahre
  • Online / Präsenz
25,00pro Monat

Lehrer und Lehrerinnen

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Thomas Christaller

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